Aus den Ehetagebüchern von Clara und Robert Schumann, begleitet vom Guadagnini Trio
Zwei Seelen - ein Klang | Begleitet vom Guadagnini Trio
Dauer: ca. 1 Stunde 45 Minuten | eine Pause
Im Mittelpunkt des musikalisch-literarischen Programmes stehen die Tagebucheintragungen von Clara Schumann und Robert Schumann, die die Liebe zur Komposition teilten und speziell der Gattung Klaviertrio gleichermaßen zugetan waren. Im Wechsel mit ausgewählten Sätzen aus den Klaviertrios beider Komponisten erklingen gelesene Passagen aus den Ehetagebüchern und Briefen des Ehepaares, die nicht nur deren Liebes- und Lebensgeschichte, sondern auch die beklemmende Konstellation zwischen einer erfolgreichen Frau und ihrem von Selbstzweifeln und fortschreitender Krankheit gepeinigten Mann aufzeigen.
Der 13. September 1840 – erster Ehe- und 21. Geburtstag Clara Schumanns, zugleich Eröffnungsdatum des Ehetagebuchs, einem der kostbarsten Dokumente dieser einzigartigen Lebens- und Schaffensgemeinschaft. Persönliche Erlebnisse privater, kultureller und gesellschaftlicher Natur werden von dem Ehepaar auf sympathische und sensible Weise niedergeschrieben und erlauben tiefe Einblicke in eine ereignisreiche Zeit, in der die Schumanns ihren jungen Hausstand gründeten, die ersten Kinder zur Welt kamen und wichtige Werke der Orchester- und Kammermusik entstanden. Neben dem häuslichen Glück, dem im Kern harmonischen und glücklichen Zusammenleben, meldete sich jedoch auch der berufliche Ehrgeiz zu Wort: Aus dem Zwiespalt zwischen der künstlerischen und häuslichen Existenz Clara Schumanns entstanden nicht lange ausbleibende Spannungen, denen die zwei ausgeprägten Individuen jedoch mit wachsender Flexibilität und wechselseitiger Anpassung begegneten. Clara komponierte ihr Klaviertrio (op. 17), ihr bereits zu Lebzeiten bekanntestes Werk, zwischen Mai und September 1846 in einer Zeit der größten familiären Belastung. Um die ständig wachsende Familie zu finanzieren, gab Clara wieder Konzerte, denn ihr Mann kam damals nach einem körperlichen und geistigen Zusammenbruch erst langsam wieder zu Kräften. Da Robert damals noch keine Trios in klassischer Form komponiert hatte, konnte Clara auf einem Gebiet tätig werden, auf dem sie sich nicht dem Vergleich mit seinen Werken aussetzen musste. Allerdings scheint ihr Klaviertrio ihn derart inspiriert zu haben, dass bereits wenige Monate später, im Sommer 1847, auch er seine erste Komposition dieser Gattung niederschrieb und es seiner Frau Clara zu deren 28. Geburtstag am 13. September 1847 als Geschenk überreichte.