Schauspiel
Doppelabend mit Dramen von Jean-Paul Sartre und Albert Camus
Dauer: ca. 4 Stunden | zwei Pausen
Zu allen Vorstellungen (außer der Premiere) findet 30 Minuten vor Beginn eine Einführung statt.
In Sartres DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE plant Hoederer, Anführer einer revolutionären Partei, eine Allianz mit dem Feind. So will er weiteres Blutvergießen vermeiden und die eigene Macht nach dem Ende des Krieges sichern. Hugo, der bislang am Schreibtisch eingesetzt wurde und sich nach echten Taten sehnt, wird beauftragt, den Verräter zu töten. Er stimmt zu, gerät jedoch ins Zweifeln, weil ihm Hoederers Argumentation einleuchtet. Hugo und Hoederer verkörpern zwei Pole des politischen Handelns: Idealismus und Prinzipientreue auf der einen, Realpolitik und Kompromissbereitschaft auf der anderen Seite. Als Hugo Hoederer schließlich doch erschießt, geschieht dies nicht mehr aus Überzeugung. Ist diese Tat noch politisch? Oder ist aus dem Revolutionär ein Mörder geworden?
Diese Frage greift auch Camus in DIE GERECHTEN auf: Eine revolutionäre Zelle plant seit langem einen politischen Anschlag, um die Unterdrückung des Volkes durch den Staat zu beenden. Es ist beschlossen, dass der Großfürst sterben muss. Das Attentat scheitert jedoch, als einer von ihnen im entscheidenden Moment zögert, weil aus dem Feind ein Mensch wird.
Zwei existentialistische Klassiker befragen an diesem Doppelabend die Moral und Menschlichkeit einer jeden Revolution. Wann wird aus einer Überzeugung Extremismus? Ist das Opfern von Menschenleben durch Prinzipien zu rechtfertigen? Welche Mittel sind legitim, um Gesellschaft zu verändern?
19–41 €
8–41 €
8–41 €
Einführung 17.30 Uhr
19–41 €
Einführung 18.00 Uhr
8–41 €
19–41 €
8–41 €
19–41 €
19–41 €
„Die Doppelstrategie von Antje Thoms ist gewagt, denn beide Stücke sind für sich schon abendfüllend und können nicht ohne große Verständnislücken gekürzt werden. Das Konzept geht aber fast vollständig auf, und die vier Stunden Spielzeit verbreiten nie Langeweile, weil die Variationen der Regie für Abwechslung sorgen und das durchweg hohe Niveau des Ensembles stets den dialogischen Spannungsbogen hochhält. [...] Einstimmig war auf jeden Fall der Beifall für das gesamte Produktions-Team; würdig für ein Theater, das ab der nächsten Saison zum Staatstheater aufgewertet wurde.“ — (11.5.26)