Junges Theater
Schauspiel von Esther Becker
Dauer: ca. 70 Minuten | keine Pause
Wir bieten grundsätzlich gerne Nachgespräche an. Bei Interesse melden Sie sich unter vermittlung@theaterregensburg.de.
„Das Leben ist kein Wunschkonzert“, sagen die Erwachsenen und Anna denkt das auch. Sie muss ihren Alltag allein meistern: Regelmäßig kommt sie zu spät zum Sportunterricht, weil niemand sie rechtzeitig geweckt hat; um ihr Mittagessen kümmert sie sich selbst und dann häufen sich die Flaschen in der Küche, so dass sie täglich zum Altglascontainer laufen muss. Wo sind bloß ihre Eltern? Warum bekommt man sie nie zu Gesicht? Selbst der Pizzabote fragt sich, weshalb er so oft bei Anna vorbeikommt und meist mit viel zu wenig Geld aus ihrem Sparschwein bezahlt wird. Sind die Eltern krank, wie Anna behauptet? Und warum hört man sie dann in der Küche rumpeln? Im Garten vor dem Haus kommentiert ein Schneckenchor das Geschehen, während die Professorin aus dem Erdgeschoss Jagd auf die „elenden Biester“ macht. Als die Unordnung um Annas Eltern immer größer wird, stehen ihr der Pizzabote, die Professorin und ihre Freundin Hannah bei.
Esther Becker gelingt es, ein kluges, witziges Stück über ein ernstes Thema zu schreiben: Alkoholismus in der Familie. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert sie die Perspektive eines Kindes, das inmitten von großem Durcheinander versucht, einen geregelten Alltag zu bewahren. Und sie zeigt, wie verlässliche und behutsame Unterstützer*innen außerhalb der Familie helfen können, mit herausfordernden Lebenssituationen umzugehen. Ausgezeichnet mit dem Berliner Kindertheaterpreis 2019.
6–10 €
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„Alisha-Vivienne Hellmuth spielt die Hauptfigur mit leiser Souveränität, entschlossen, sich nicht in Verzweiflung zu ergeben und sich ihre Scham nach außen nicht anmerken zu lassen. Regisseurin Oda Zuschneid und Dramaturgin Hannah Spielvogel arbeiten mit geschickten Lichtwechseln, witzigen Regieeinfällen wie einem überdimensionalen Fußball, der sich kicken lässt, aber auch als Schaukel dient. [...] Ein höchst unterhaltsames Theatererlebnis, das im Gedächtnis bleibt, sehr empfehlenswert für alle ab acht Jahren.“ — (13.5.26)
Das Highlight des Stücks: Das hoch gesanglich talentierte Schnecken-Ensemble (Kathrin Berg, Gabriel Kähler, Sophie Juliana Pollack), das das Stück als Chor umrahmt hat und in der Nähe von Annas Haus lebt. [...] Zu Recht wurde diese Premiere mit tosendem Applaus, Bravo-Zurufen und trommelnden Beinen beendet. Denn es wurde nicht nur ein höchst wichtiges Thema besprochen, sondern das Stück auch wundervoll inszeniert sowie geschauspielert von allen Beteiligten. — (21.5.26)